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Ausbildungsangebote März 2026

Während draußen der Hafen noch immer in winterlicher Ruhe liegt und die Masten im Morgennebel kaum zu erkennen sind, richtet sich der Blick vieler Mitglieder im Weser Yacht Club langsam wieder nach vorn.

Die neue Saison ist zwar noch Wochen entfernt – doch hinter den Kulissen beginnt bereits jene Phase, die oft entscheidender ist als jedes Polieren des Rumpfes: die Vorbereitung von Wissen, Routine und Sicherheit.

Denn Seemannschaft entsteht nicht erst auf dem Wasser. Sie entsteht im Winter.

Zwischen Werkbank und Kaffeetasse, zwischen Winterlager und Vereinsheim wird in diesen Tagen nicht nur über neue Leinen, Motorwartung oder Antifouling gesprochen. Immer häufiger geht es auch um Funkgeräte, Signalmittel und die Frage, wie gut man für den Ernstfall wirklich gerüstet ist.

„Viele denken bei Sicherheit zuerst an Ausrüstung“, sagt ein Mitglied des Clubs. „Aber am Ende entscheidet das Wissen darüber, wie man sie einsetzt.“

Wenn Routine zur Sicherheit wird

Gerade auf Nord- und Ostsee sind es oft nicht die großen Dramen, sondern die kleinen Situationen, die schnelle und klare Entscheidungen verlangen: Nebel, Maschinenausfall, Verletzungen an Bord, ein „Person über Bord“. In solchen Momenten ist Funk nicht Technik – sondern Verbindung. Und Pyrotechnik kein Zubehör – sondern Hilferuf.

Der Weser Yacht Club greift dieses Thema in diesem Frühjahr bewusst auf und bietet seinen Mitgliedern gleich zwei Ausbildungsangebote an, die genau dort ansetzen, wo Seemannschaft konkret wird.

Am 12. März 2026 findet ein Lehrgang mit Prüfung zum Fachkundenachweis Pyrotechnik (FKN) statt. Im Mittelpunkt steht der sichere Umgang mit Seenotsignalmitteln – von der Lagerung über die Handhabung bis zur rechtlichen Verantwortung.

Am darauffolgenden Wochenende, 14. und 15. März 2026, folgt der Lehrgang mit Prüfung zum Seefunkzeugnis SRC (Short Range Certificate). Zwei intensive Tage, an denen nicht nur Prüfungsstoff vermittelt wird, sondern vor allem eines: Routine für den Ernstfall.

Die Anmeldung erfolgt bitte per Mail an: ausbildung@wyc-bhv.org

Wissen, das man hoffentlich nie braucht – aber beherrschen sollte

Dass diese Themen keine Theorie bleiben sollten, weiß auch ein anderes Mitglied des Weser Yacht Clubs, der als Freiwilliger für die Seenotretter im Einsatz ist.

„Man hofft immer, dieses Wissen nie anwenden zu müssen“, sagt er. „Aber wenn man einmal erlebt hat, wie schnell aus einer normalen Ausfahrt eine Rettungssituation entstehen kann, dann sieht man Funk und Signalmittel mit ganz anderen Augen.“

Vor einigen Jahren war er selbst bei der Rettung eines Vereinskameraden beteiligt. Kein spektakulärer Einsatz, keine großen Schlagzeilen – aber ein Moment, der sich einprägt.

„In solchen Situationen gibt es keine zweite Chance. Dann zählt, ob jemand weiß, was er tut. Und ob die Mittel an Bord nicht nur vorhanden, sondern auch beherrscht werden.“

Ausbildung als Teil der Seemannschaft

Beide Lehrgänge richten sich an Mitglieder des Weser Yacht Clubs. Sie verbinden Theorie, Praxis und Prüfung in einem kompakten Format – ideal für alle, die ihr Wissen auffrischen, vertiefen oder erstmals erwerben möchten.

Der Mehrwert liegt dabei nicht allein im Zertifikat. Sondern in der Sicherheit, im Frühjahr mit dem guten Gefühl abzulegen und vorbereitet zu sein. Denn wie bei Rettungswesten oder Rettungsinseln gilt auch hier:  Nicht nur besitzen – auch korrekt bedienen können.

Der Winter ist im WYC traditionell die Zeit der Wartung. Doch vielleicht ist er auch die beste Zeit, um sich selbst zu warten: Wissen zu erneuern, Abläufe zu trainieren, Verantwortung bewusst zu übernehmen.

Wenn im April die Boote wieder zu Wasser gehen, ist es beruhigend zu wissen:
An Bord ist nicht nur alles an seinem Platz – sondern auch jemand da, der weiß, was im Ernstfall zu tun ist.